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Das Ende der Radiomattscheibe

Nachdem sich das FRÜHSTYXRADIO-Team schon 1996 von radio ffn abgekapselt hatte - aber ab 1997 teilweise wieder in Wiederholungssendungen mitwirkte - war Kalkofes Mattscheibe die einzig verbliebene regelmäßig neuproduzierte FSR-Serie im Programm. Grund war die verstärkte Ausrichtung des Programms auf den Mainstream, was sich in immer kürzeren Moderationen und Wortbeiträgen (die berühmte 1:30-Regel) und dem in der ersten ProSieben-Staffel parodierten Slogan "Die Superhits der..." niederschlug. Anfang 1998 führte das so weit, dass ein Mattscheibenbeitrag zur Hobbythek nach 1:30 Minuten abgebrochen wurde, um mit einem "Superhit" weiterzufahren. Verständlicherweise war Kalkofe von dieser Aktion nicht gerade begeistert und beendete seine Zusammenarbeit mit radio ffn. Der abgebrochene Beitrag ist vollständig auf der Mattscheiben-CD zu finden.

Granufink-Klage

Im Granufink-Clip machte sich Kalkofe 1994 wie gewohnt über die dargestellten Peinlichkeiten lustig. Die "Der Preis ist Heiß"-Produktionsfirma Freemantle fand dies aber gar nicht lustig und klagte wegen Verstoßes gegen das Urheber- und Wettbewerbsrecht durch alle Instanzen und verlor schlussendlich vor dem Bundesgerichtshof (Urteil vom 13. April 2000 - I ZR 282/97). Zur Urteilsbegründung gab der BGH an, dass Kalkofes Mattscheibe als urheberrechtlich neues selbständiges Werk zu werten sei und im Rahmen der durch die Rundfunkfreiheit (Art. 5 GG) geschützten Aufgabenstellung als nicht wettbewerbswidrig anzusehen ist.

Sendung 24

Wie ihr vielleicht bemerkt habt, fehlt in der Premiere-Staffel 1 die Sendung 24. Wegen eines Wasserschadens im Premιere-Studio konnte dort am Samstag, dem 3.12.1994 nicht gearbeitet werden und da die Mattscheibe seinerzeit noch "just in time" produziert wurde, musste die Sendung ausfallen (und wurde durch ein Worst Of ersetzt).

Da dies ein Versicherungsfall war, erhielten alle Beteiligten trotzdem ihr Gehalt und hatten zum ersten mal seit Monaten wieder ein freies Wochenende (was in den Audiokommentaren ausführlichst erklärt wird). In der offiziellen Nummerierung hat die Sendung daher ihren Platz behalten. Auf der ersten Klassiker-Box gibt es auch einen Audiokommentar zu dieser Sendung.

Der Fall "Speckbulette"

Einer der spektakulärsten Fälle der deutschen Nachkriegsgeschichte war sicher der Fall Speckbulette, in welchem die dickere Hälfte des Duos "Klaus und Klaus" Kalkofe wegen Beleidigung verklagen wollte. Seinen Anfang nahm das Spektakel mit diesem Clip, in welchem Kalkofe das Duo als "Freund Speckbulette und die schielende Klobürste" bezeichnete.

Eine Woche später hatte Klaus Baumgart die Bild-Zeitung von seinem geplanten Gang vors Gericht informiert, welche daraufhin auf Seite 1 den Aufmacher "Fernsehkrieg der Dicken" präsentierte. Daraufhin wurde Kalkofe für eine Aussprache mit Klaus Baumgart in Gottschalks Late Show eingeladen. Jedoch gab es einige zeitliche Probleme, so dass es zu keine Aussprache kam, sondern nur weitere Anschuldigungen von Seiten Baumgarts übrig blieben. Siehe dazu auch die damalige Radiomattscheibe.

So flog Premιere kurze Zeit später die Anklageschrift ins Haus (Auszug aus der ersten Anklageschrift vom 19.4.1995 anzeigen).
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(...) In der am 2.4.1995 ausgestrahlten Sendung "Kalkhofes Mattscheibe" hat der Moderator im Hinblick auf unsere Mandantin sich in einer Art und Weise geäußert, die nicht nur den Tatbestand der Schmähkritik erfüllt, sondern darüber hinaus in erheblichen Umfang beleidigend im Hinblick auf die person unseres mandanten ist. Nachdem ein von unserer Mandantschaft produzierter Mustiktitel als Videoclip angespielt wurde, auf dem unser Mandant zu sehen war, hat der Kalkhofe sich wie folgt geäußert:

"Da lacht das Huhn, da kotzt die Kuh, Klaus + Klaus im Hühnerstall. Schön zu sehen, daß man auch ein schlechtes Original mit ein bißchen Mühe doch noch unterbieten kann. Andere Komiker hätten vielleicht eine witzige Parodie auf die Texte gemacht, doch da Freund Speckbulette und die schielende Klobürste es sich zum Prinzip gemacht haben, aus absolut jedem Scheiß Kohle zu machen, ohne sich jemals dabei anzustrengen, kommt dann dieser Haufen müffelnder Comedy-Kompost zusammen."

Mit diesen Äußerungen wird nicht nur unser Mandant verbal mit der Bezeichnung "Speckbulette" beleidigt, sondern insbesondere auch seine berufliche Tätigkeit in einem unerträglichen Maße herabgewürdigt (...)
Man achte auf das leicht ungenaue Zitieren des Clips und die Schreibweise von Kalkofe.

Kalkofe lässt sich davon aber nicht beeindrucken und parodiert das ganze Geschehen in einigen Clips. Die Anwälte von Premιere argumentieren, dass das von Klaus und Klaus bewusst präsentierte Erscheinungsbild aus dem Gegensatz "ein kleiner Dünner und ein großer Dicker" sowie dem inhaltlich selbstgewählten Imagefaktor "Blödigkeit" besteht.
Kalkofes Äußerungen seien somit nicht mehr als eine satirische Beschreibung der Realität. Am 9.11.1995 kommt es vor dem Landgericht Oldenburg zur Vorverhandlung, zu der Baumgart mit einem Haufen Journalisten auch persönlich erscheint. Jedoch macht ihm der Richter keine großen Aussichten auf Erfolg, so dass man sich am Ende außergerichtlich zu Gunsten Kalkofes einigt.

Im Nachhinein gab Baumgart zu, die ganze Klage nur aus PR-Gründen insziniert zu haben um die zu dieser Zeit von ihm beworbene Marke "Figura Fit" mehr Publicity zu verschaffen. Dies schien nicht wirklich gefruchtet zu haben, auf jeden Fall ging die Firma kurze Zeit später pleite. Dass auch Baumgart ein wenig Spaß versteht, konnte man dann in der Olli Kalk und Brink Show sehen, in welcher er bei der satirischen Aufarbeitung des Falls "Speckbulette" selbst mitwirkte.

Achim

Achim Mentzel, zu diesem Menschen muss man wahrlich nicht mehr viel sagen. Er ist einer der wenigen "Opfer", dem es immer sehr gefallen hat, in der Mattscheibe aufzutauchen. Nachdem Kalkofe 1995 auf seine Sendung "Achims Hitparade" aufmerksam wurde, rückte Achim in der darauffolgenden Zeit mehrfach in den Fokus der Mattscheibe. Dies bekam nun wiederum Achim mit und es führte dazu, dass er in seiner Hitparade den berühmten Spruch "Kalki ist Doof!" an die Tafel schreiben ließ, was in der Mattscheibe ausführlichst dokumentiert wurde.

Darüber war die Mattscheiben-Redaktion natürlich hoch erfreut, und so kam es, dass sie sich bei Achim meldeten und er bereit war, im Mattscheiben-Special Achim seine Mattscheibe mit Leib und Seele mitzuspielen. Trotz (oder gerade wegen) dieser Verbundenheit tauchte Achim noch viele male in der Mattscheibe auf und wirkte aktiv in den Specials Mattscheibe Wunschfestival, Die Olli Kalk und Brink Show und dem DDR Special mit.

"Sarah & Marc"-Zensur

Ursprünglich bestand der Sarah & Marc-Clip im Jahresrückblick 2005 aus drei Nummern, jedoch wurde nur eine davon gezeigt. Einen Tag vor der Ausstrahlung kam ProSieben an und wollte, dass der Clip nicht gesendet wird, da einen Tag zuvor bekannt wurde, dass Sarah wieder schwanger war (was auch immer das eine mit dem anderen zu tun hat).

Kalkofe zeigte die rausgeschnittenen Stellen dann auf seiner Tour 2005. Auf der "Kalkofes Mattscheibe Vol. 3"-DVD sind sie auch enthalten.
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