Geschichte
Die ersten Mattscheiben liefen nicht im Fernsehen sondern wurden fürs Radio produziert. Im Rahmen des legendären
FRÜHSTYXVon 1998 bis 2001 gab es einen kleinen Abstecher zur ARD, für die Kalkofe 3 kleine Beiträge im Rahmen der ARD Sportgala und natürlich die legendäre Wunderbare Welt des Sports ersann. Jedoch konnte man sich bei den öffentlich rechtlichen mit dem "speziellen Humor" nicht so recht anfreunden, so dass nach 3 WWDS-Sendungen leider schon Schluss war.
Seit 2003 läuft die Mattscheibe nun bei ProSieben. Die Sendungen sind jetzt viel länger und zum ersten mal auch durch nervige Einblendungen und Werbung unterbrochen. Bisher wurden 4 Staffeln, das DDR-Special und der Jahresrückblick 2005 produziert.
Humor
Kalkofe setzt genau dort an, wo der mündige Zuschauer handeln möchte: Szenen der aktuellen oder bereits
zurecht längst in Vergessenheit geratenen Fernsehlandschaft, die bei ihrer Erstausstrahlung nicht ohne
Valium oder nur mit extremer Trash-Resistenz ertragbar sind, werden durch satirische Bemerkungen, unglaublich
detailgetreue Parodien oder einfach nur gespickten Wortwitz bloßgestellt und die Verantwortlichen somit in
ihren Missetaten entlarvt. Der "Kalkman" schlüpft dabei hingebungsvoll in die Rolle des langersehnten
Rächers der machtlosen Zuschauer. Hin und wieder sind die Kommentare des außergewöhnlichen TV-Kritikers mit
Details fast schon überladen, so dass sich dem Zuschauer oft erst nach mehrmaligem Ansehen des Original-Beitrags
wichtige und nicht zuletzt pikante Details erschließen.
Während Kalkofe seine eigenen Zuschauer aus der Rolle des Opfers täglicher TV-Kriminalität befreit, hat sich im Laufe der Jahre sein eigener "Opferkreis" aufgrund "schwererer" Fernsehdelikte etwas verlagert. Zu Premιere-Zeiten lagen die Schwerpunkte seines Handels noch eindeutig im Bereich Volkmusik, Werbesports und vergeigte Unterhaltungs- und Talk-Shows. Davon ab wurden löblicherweise auch kleine Sende-Pannen, die die Zapping-Redaktion herausfilterte, durch den Einsatz der damals noch recht neuen Technik in liebevoller Art verulkt. Seit dem Wechsel zu ProSieben widmet sich Kalkofe zunehmend trashigen C-Promi-Serien, Verkaufs- und Call-In-Shows, die offensichtlich dadurch überleben, ihren Zuschauer unbemerkt das Geld aus der Tasche zu ziehen. Mit zunehmender Boshaft der Sendeanstalten stiegt auch die Länge der neueren Clips, was zwar nur selten den Witz aber stattdessen die Ernsthaftigkeit Kalkofes Kritik betont.
Kalkofes Humor wird oft als derb, fäkal, und billig bezeichnet, womit für einen nicht zu verachtenden Anteil
seiner Beiträge der Nagel auf den Kopf getroffen wird. Somit ist Kalkofes Mattscheibe sicherlich
nicht jedermanns Sache. Seine eigene und offene Art der Kritik verschont sein Publikum davor, sich mit
politischer Korrektheit und Objektivität beschäftigen setzen zu müssen, denn er sagt frei raus, was dem
Zuschauer auf dem Sofa vor dem Fernseher durch den Kopf geht. Trotz nahezu perfekter Technik und Kostümierung
ist das Resultat seiner Kritik leider immer häufiger die Hirnlosigkeit der Initiatoren der Original-Beiträge,
was zwar offensichtlich ist, jedoch auch dazu führt, einen Teil des Charmes seines ursprünglichen Humors zu
kaschieren.
Während die Audio-Kommentare der bisher veröffentlichten DVDs die Motivation für Auswahl bestimmter Clips schonungslos offen legt, sind es vor allem die eingefleischten Fans aus der Premιere-Zeit, die ohne zu zögern eine Portion Produktionperfektionismus der Neuzeit gegen eine thematisch abwechselungreichere Mattscheibe ohne "Zwangsjacke und ab ins Heim"-Fazit eintauschen würden.
Technik
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Probleme bereiten jedoch immer filigrane Frisuren, semitransparente Flächen und schnelle Bewegungen. Auch das richtige Ausleuchten und die Perspektive will gelernt sein. Nach 11 Jahren Bluescreen-Erfahrung (und technischem Fortschritt) sehen aber heute viele Clips schon ziemlich perfekt aus.
Um nicht immer nur Monologe sprechen zu müssen und dank modernster, aus der Raumfahrt stammender, Videotechnik, taucht Kalkofe in manchen Clips auch mehrfach auf. Dann unterhält er sich angeregt oder schwingt schon mal die Keule. Früher waren solche Mehrfachauftritte die Ausnahme, mittlerweile sind sie (leider) zur Regel geworden.
Bei so einem Mehrfachauftritt spricht Kalkofe zunächst die Texte der zweiten Person auf Band. Dann schlüpft er ins Kostüm der ersten und bekommt einen Knopf ins Ohr in welchen ihm dann während der TV-Aufnahme die eingesprochenen Texte der ersten Person vorgespielt werden. Somit hört er immer, wann er wieder mit dem Sprechen dran ist. Zum Schluss wird die zweite Person aufgezeichnet (dabei hört er den schon aufgenommenen Part der ersten Person im Ohr). So ist es möglich, dass eine realistisch wirkende Unterhaltung zu Stande kommt.




